Und wenn die Granny da ist...?

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Aupair Vermittlung
Offen, flexibel und verständnisvoll - so gelingt Ihnen Granny Aupair

Was nach der Aupair Vermittlung passiert, kann keiner voraussagen. Wenn Sie als Familie bei Granny Aupair mitmachen, nehmen Sie eine Frau in Ihr Zuhause auf, die Sie zunächst kaum kennen. Doch das wird sich schnell ändern! Granny Aupair ist für alle Beteiligten ein kleines Abenteuer. In der Begegnung liegen viele wunderbare Chancen, voneinander zu lernen.

Um sich auf den Aufenthalt "Ihrer" Granny vorzubereiten, geben wir Ihnen hier ein paar Anregungen mit auf den Weg.

Mit Herz und Verstand

  • Unterbringung

    Klären Sie im Vorfeld, wo die Granny untergebracht wird. Hat sie ein eigenes Bad oder teilen Sie sich eines? Bietet sich vielleicht die Unterkunft in einer nahen Pension an?

  • Kulturschock

    Wenn Sie in einer für die Granny sehr fremden Kultur leben, geben Sie Ihrer Aupair-Oma die Chance, sich einzuleben. Vielleicht ist die ungewohnte Umgebung zunächst befremdlich für die Granny und sie benötigt ein wenig Zeit, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten.

  • Urlaub und Freizeit

    Klären Sie im Vorfeld, wann die Granny Zeit zu ihrer freien Verfügung hat. Ist sie eingeladen an den Familien-Aktivitäten teilzunehmen oder möchten Sie als Familie auch Zeit für sich haben? Geben Sie der Granny auch die Chance, ihr Gastland kennenzulernen.

  • Taschengeld und Reisekosten

    Treffen Sie klare Absprachen zu allen finanziellen Fragen. Kost und Logis sind für die Granny im Gegenzug für die Kinderbetreuung frei. Ob Sie der Granny ein Taschengeld zahlen oder sich an den Reisekosten beteiligen möchten, ist Verhandlungssache zwischen Ihnen und Ihrer Granny Aupair.

  • Hausarbeit

    Eine Granny Aupair sollte nicht als Putzfrau bei Ihnen arbeiten. Viele Grannies sind aber von sich aus bereit, auch im Haushalt zu helfen. Sprechen Sie mit der Granny darüber, dann wissen beide Seiten, woran sie sind.

 

Familientipps

Erfahrungsvielfalt und Herausforderung


Ein „Gastfamilien-Erfolgsrezept“ gibt es nicht, dafür aber viele wertvolle Tipps!

Granny Aupair ist für alle Beteiligten ein kleines Abenteuer: In jeder Begegnung liegen viele wunderbare Chancen, voneinander zu lernen und gemeinsam jede Menge Spaß zu haben!

Die wichtigsten Voraussetzungen als Gastfamilie sind

  • Freundlichkeit
  • Offenheit
  • Spaß und Interesse an anderen Kulturen
  • die Granny herzlich aufzunehmen und in das eigene Familienleben zu integrieren
  • ein eigenes Zimmer für die Granny

 

Aller Anfang ist schwer

In der Eingewöhnungsphase läuft meist noch nicht alles wie am Schnürchen. Dafür kann es verschiedene Gründe geben:

  • Viele Familien möchten der Granny das Einleben so einfach wie möglich gestalten und sprechen Wünsche, Aufgaben und Pflichten nicht sofort an. Später wird es dann schwierig.
  • Zu Anfang ist das Zusammenleben für Sie wahrscheinlich genauso ungewohnt wie für die Granny – geben Sie einander Zeit und haben Sie Geduld, wenn sich die Dinge erst einmal einspielen müssen.
  • Möglicherweise hat die Granny den Kulturschock noch nicht überwunden und hat mit körperlichen Begleiterscheinungen, Stimmungstiefs, einem erhöhten Schlafbedürfnis oder Erschöpfung zu kämpfen.

Diese erste Phase kann also zeitweise für Sie als Familie und auch für die Granny selbst ein wenig anstrengend sein. Aber mit gutem Willen auf beiden Seiten lässt sie sich schnell überwinden!

Mögliche Sprachschwierigkeiten

Kaum etwas schneidet uns so sehr von der Umwelt ab wie sprachliche Hürden. Bedenken Sie daher die folgenden Punkte:

  • Nicht alle Grannies sprechen die Landessprache auf einem hohen Level. Zumindest fehlt den meisten Grannies – trotz aller Vorbereitung – die tägliche Sprachpraxis.
  • Sie können die Granny diesbezüglich unterstützen, indem Sie langsam sprechen, einfache Wörter verwenden und (falls es Ihre Zeit erlaubt) Möbel und Gegenstände in der Wohnung mit kleinen Zetteln beschriften und nützliche Redewendungen oder wichtige Anliegen sowie Absprachen zum besseren Verständnis und als Übung für die Granny aufschreiben.
  • Unserer Erfahrung nach wünschen sich viele Grannies, während des Auslandsaufenthaltes auch ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sprechen Sie mit der Granny darüber, wie Sie ihr dabei helfen können, z. B. durch die Möglichkeit, einen Sprachkurs zu besuchen oder sich mit Einheimischen zu treffen.
Herausforderungen im Zusammenleben von Granny und Familie

Lassen sich gänzlich Fremde auf ein Zusammenleben miteinander ein, ist Kommunikation das einzig wahre Schmiermittel:

  • Auch wenn Grannies gestandene Frauen sind, ist es für ein reibungsloses Miteinander unvermeidbar, dass Sie Ihre Erwartungen an die Granny gleich zu Anfang klar und deutlich mitteilen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Granny diese aufgrund ihrer Lebenserfahrung „irgendwann selbst erkennt“. Das wird sie nicht – sie orientiert sich gerade in der Fremde und ist dankbar für klare Worte.
  • Meistens kommt die Granny aus einem anderen Kulturkreis mit ganz anderen Familienregeln und Gewohnheiten und hat somit keine Chance, Ihre „ungeschriebenen Familiengesetze“ richtig zu entschlüsseln und zu verstehen – sprechen Sie also offen darüber.
  • Oft entstehen die Probleme im täglichen Miteinander durch die Ansammlung vieler Kleinigkeiten - die Grannies spüren dann den Unmut der Gastfamilie, haben das eigentliche Problem aber nicht genau verstanden oder gar etwas falsch interpretiert, da die Beanstandungen von der Familie nicht ausdrücklich benannt wurden.
  • Liebevolle, offene und klare Worte von Ihrer Seite bieten der Granny eine wertvolle Orientierungshilfe und machen es ihr leichter, Ihre Wünsche zu berücksichtigen.
  • Und noch ein weiterer Aspekt ist wichtig zu bedenken: Mit der Granny, den Gasteltern und den Kindern treffen nicht nur verschiedene Kulturen aufeinander, sondern auch unterschiedliche Generationen. Daher braucht es viel Kommunikation und Austausch, um die Lebenswelten des anderen kennen und verstehen zu lernen – schließlich schaut ja jeder nur durch seine ganz eigene „Generationen-Brille“.
Konflikte gehören in der interkulturellen Begegnung dazu!

Wenn Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen Zeit miteinander verbringen, treten unweigerlich früher oder später Differenzen zutage. Das ist normal und richtig so.

  • Bleiben Sie gelassen bei Problemen und packen Sie schwierige Situationen an, anstatt sie als unüberwindbares Hindernis oder eventuell sogar als Beleidigung oder Angriff gegen die eigene Familie zu betrachten.
  • Oft sind Betroffenheit und Enttäuschung im Spiel, wenn es zu Schwierigkeiten kommt, oder es gibt Missverständnisse.
  • Konfliktsituationen sind fast immer auch Bestandteil von interkultureller Verständigung, daher nehmen Sie es als selbstverständlich, wenn diese auftreten.
  • Der positive Begleiteffekt an Konflikten ist, dass sie das Zusammenleben verbessern können – vorausgesetzt, dass alle Parteien dazu bereit sind, offen und ehrlich über den Konflikt zu sprechen und gemeinsam eine Lösung zu finden.
Der Kulturschock ist unabhängig von Alter und Herkunft und kann jeden Reisenden treffen

Grannies haben viel Lebenserfahrung. Das heißt aber nicht, dass sie vor einem Kulturschock gefeit sind – die Fremde kann auf jeden Menschen etwas verstörend und wenig vertrauenserweckend wirken.

  • Kulturschock ist kein persönliches Unvermögen, sondern eine normale Reaktion auf unbekannte und fremdartige Umgebungen.
  • Ihn zu überwinden, erfordert eine gewisse Zeit und vor allem viel Geduld.
  • Symptome eines Kulturschocks können Heimweh, erhöhtes Schlafbedürfnis, Misstrauen, geringe Toleranzgrenze gegenüber dem Fremden, mangelndes Selbstvertrauen, Einsamkeit (bis hin zu Isolation), Kontrollverlust, Depression, plötzlich auftretende Unverträglichkeiten oder Allergien sein.
  • Kulturschock ist häufig sowohl bei jungen Au pairs als auch bei gestandenen Grannies die Ursache, warum Auslandsaufenthalte abrupt beendet werden.
Heimweh und Kontakt zur Familie daheim

Natürlich ist die Granny gekommen, um Ihre Familie zu unterstützen und etwas Neues zu erleben. Dass ihr Herz dennoch bei den Lieben daheim weilt, ist normal und kann zu Heimweh führen.

  • Ebenso wie der Kulturschock ist auch Heimweh keine Frage des Alters. Grannies äußern immer wieder auch die Sorge, dass sie möglicherweise Heimweh bekommen.
  • Der Wunsch, dass die Lieben der Granny während ihres Aufenthaltes bei Ihnen zu Besuch kommen, wird möglicherweise an Sie herangetragen. Überlegen Sie gut, ob Sie das möchten und wenn ja, wie Sie sich den Besuch vorstellen und wann dafür der geeignete Zeitpunkt wäre (wir empfehlen dafür die Zeit nach dem Granny-Einsatz. Aber achten Sie dabei auf die Aufenthaltsbestimmungen). Besprechen Sie dies rechtzeitig in Ihrer Familie und mit der Granny.

Im Großen und Ganzen bietet die Zeit mit der Granny für eine Familie keine Herausforderungen, die sich nicht meisten lassen. Das Zauberwort heißt Kommunikation – reden Sie über alles, was wichtig ist, aber auch über die Dinge, die Ihnen vielleicht unwichtig erscheinen. Sprechen Sie über Alltägliches, fragen Sie auch gern einmal nach. Ist dafür Zeit übrig, können Sie sich etwas aus dem Leben und dem Alltag oder von den Lieben Ihrer Granny erzählen lassen: Kann sie über die Menschen sprechen, die ihr fehlen, verbindet sie sie gedanklich mit Ihnen und ihrem Leben vor Ort. Das kann auch eventuelles Heimweh mildern. Gleichzeitig erfahren Sie mehr über die Granny Ihrer Kinder – was ihr wichtig ist, worüber sie lacht, wobei ihr das Herz blutet. Kurz: Sie lernen sie als Mensch sehr nah kennen und schätzen.

Hier finden Sie diese Tipps noch einmal zum Herunterladen und Ausdrucken.